Exponat des Monats

Die Dauerausstellung des Westfälischen Pferdemuseums erstreckt sich über eine Fläche von immerhin rund 800 Quadratmetern. Dennoch reicht der Platz nicht aus, um alles, was sich über die Jahre angesammelt hat, angemessen zu präsentieren. Vieles lagert im Verborgenen, ist aber nicht vergessen. In dieser Reihe stellen wir Ihnen jeden Monat ein besonderes Exponat aus unserer Sammlung vor. 

Exponat des Monats April 2018

Im April 1935 veröffentlichte die Zeitschrift „St. Georg“ eine Ankündigung des Reichsverbandes für Zucht und Prüfung deutschen Warmbluts: Aufgerufen waren Reiter in ganz Deutschland, an einem sogenannten Sternritt – der damals erste dieser Art – nach Hamburg teilzunehmen. Dort fand vom 28. Mai bis zum 2. Juni 1935 die zweite Reichsnährstands-Ausstellung anlässlich des 46. Geburtstags von Adolf Hitler statt. Der Ritt konnte einzeln oder in Gruppen durchgeführt werden; die einzige Bedingung war, dass eine Strecke von mindestens 150 Kilometern zurückgelegt werden musste. Insgesamt folgten 250 Teilnehmer dem Aufruf und machten sich auf den Weg nach Hamburg, darunter auch zahlreiche SA- und SS-Reiter. 

Jeder Teilnehmer, der den Ritt erfolgreich absolvierte und die anschließende Verfassungsprüfung seines Pferdes bestand, erhielt eine Andenkenplakette aus Metall. Für besondere Leistungen gab es außerdem Ehrenpreise, wie für den 74-jährigen Herrn Martens als ältester Teilnehmer oder für Frau Schottländer für die längste Marschleistung von 710 Kilometern.
Die Plakette ist eine Schenkung von Hedwig Schulze Lohoff aus Laer, die damals selbst – als eine von 16 Frauen – an dem Sternritt nach Hamburg teilnahm. 

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