Exponat des Monats

Die Dauerausstellung des Westfälischen Pferdemuseums erstreckt sich über eine Fläche von immerhin rund 800 Quadratmetern. Dennoch reicht der Platz nicht aus, um alles, was sich über die Jahre angesammelt hat, angemessen zu präsentieren. Vieles lagert im Verborgenen, ist aber nicht vergessen. In dieser Reihe stellen wir Ihnen jeden Monat ein besonderes Exponat aus unserer Sammlung vor. 

Exponat des Monats Februar 2018

Im Ersten und Zweiten Weltkrieg setzten die beteiligten Armeen Millionen Pferde ein. Allein auf deutscher Seite waren im Zweiten Weltkrieg fast drei Millionen Tiere im Einsatz – in der Kavallerie und als Zug- bzw. Reittier. Dabei litten die Pferde in den Schlachten genauso wie die Menschen. Sie waren nicht nur den direkten Kriegseinwirkungen durch Granaten oder Gewehrkugeln ausgesetzt, sondern hatten auch mit den schlechten Lebensumständen im Feld zu kämpfen. Mangelnder Schutz vor dem Wetter, Unterernährung und Überanstrengung machten die Tiere anfällig für Krankheiten oder führten zum Tod durch Erschöpfung. Um die wichtige Ressource „Pferd“ zu schützen, bemühte man sich um eine gute Betreuung und Ausrüstung der Tiere. Auf diese Weise wollte man die Gesundheit und Leistung und damit die „Gebrauchsfähigkeit“ der Pferde erhalten.   

Ein Zeugnis hierfür ist das Exponat des Monats Februar: Es handelt sich um Sattelnotpolster aus Fell, mit denen man Druck- und Scheuerstellen entgegenwirken bzw. lindern wollte. Ursache war häufig eine unzureichende Pflege und der unpassende Sitz der Sättel. Zugleich wurden die Tiere auf den langen Märschen stark beansprucht: Im Krieg waren Tagesleistungen von 50 bis 100 Kilometern keine Seltenheit, außerdem mussten die Pferde dabei ein Gewicht von bis zu 2,5 Zentnern tragen. Die Sattelnotpolster aus den 1940er Jahren stammen aus dem Nachlass von Peter Kizinna (Münster).

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