Sonderausstellung

Von Tiermärchen & Märchentieren

4. Juni 2016 - 9. Oktober 2016

Märchen erleben derzeit weltweit einen regelrechten Boom. Nicht ohne Grund: Gerade in der Schnelllebigkeit unserer heutigen Zeit bieten Märchen Orientierung und Lebenshilfe. Zugleich sind Märchen etwas, das die Menschen überall auf der Welt verbindet: Märchen finden sich in allen Kulturkreisen der Erde und sind für jedermann verständlich. Aus diesem Anlass widmet das Westfälische Pferdemuseum dem Thema Märchen eine umfangreiche Sonderausstellung. Im Mittelpunkt stehen jedoch nicht Dornröschen, Schneewittchen oder Frau Holle, sondern die zahlreichen tierischen Helden, ohne die die Geschichten undenkbar wären. Was wäre das Rotkäppchen ohne den Wolf? Oder was, wenn kein Frosch zur Stelle gewesen wäre, um der Prinzessin die goldene Kugel aus dem Brunnen zu holen? In drei Abteilungen zeigt die Ausstellung erstmals die besondere Bedeutung von Tieren im Märchen. Rund 80 Exponate, darunter prächtige Märchenkostüme, historische Bilder oder das „letzte Einhorn“, entführen in die Welt der Märchen und erklären das (Erfolgs-)Geheimnis der Geschichten.

Kooperationspartner der Ausstellung ist das Deutsche Märchen- und Wesersagenmuseum
in Bad Oeynhausen.

Brüder Grimm (Porträt von Emil Grimm)

Was sind Märchen? 

Der erste Ausstellungsbereich beschäftigt sich mit der Geschichte und dem besonderen Charakter von Märchen. Im Mittelpunkt stehen die wohl berühmtesten Märchensammler, Jacob und Wilhelm Grimm. Sie waren die ersten, die deutschsprachige Märchen erforschten, sammelten und veröffentlichten. Wo und wie aber haben die Grimms ihre Märchen gefunden? Und was zeichnet die Märchen aus? Die Ausstellung nimmt den Besucher mit zu den historischen Wurzeln von Märchen und erzählt die Erfolgsgeschichte der Brüder Grimm.

Der gestiefelte Kater (Illustration von Carl Offterdinger)

Tiere im Märchen

Ob der gestiefelte Kater, der Froschkönig oder die Bremer Stadtmusikanten: Tiere sind ein wichtiger Bestandteil im Märchen, man findet kaum ein Märchen ohne sie. Oft sind es die tierischen Akteure, die dem Märchenhelden zur Lösung seiner Aufgaben und damit zum Ziel verhelfen. Welche Tiere im Märchen auftreten und welche Rolle sie erfüllen, kann von Land zu Land variieren. Die Ausstellung stellt bekannte Märchentiere aus aller Welt vor und geht der Frage nach, welche Aufgabe und Bedeutung diese Tiere im Märchen haben. An einer interaktiven Station kann man sein Wissen über die Symbolik der Tiere testen und erfährt, warum Fuchs, Bär und Co. im Märchen häufig menschliche Verhaltensweisen annehmen.

Die Gänsemagd

Von edlen Rössern und Zauberpferden

Unter all den Tieren begegnet man dem Pferd besonders häufig im Märchen. Nach den Untersuchungen des bekannten Erzählforschers Vladimir Propp ist es als einziges Märchentier in der Lage, alle fünf Funktionen des Helfers zu erfüllen. Diese tragende Rolle des Pferdes im Märchen spiegelt anschaulich seine sozialen und ökonomischen Funktionen in den letzten Jahrhunderten wider. Im Märchen ist es jedoch nicht nur Reit- und Lastentier, sondern tritt vor allem als Ratgeber und treuer Freund des Helden auf. Für die Ausstellung wurden vier der schönsten Pferdemärchen ausgewählt: Die Besucher begegnen der Gänsemagd der Brüder Grimm, dem Aschenbrödel und seinen drei Haselnüssen, dem buckligen Pferdchen des russischen Schriftstellers Pjotr Jerschow und dem Ebenholzpferd aus Tausendundeiner Nacht.

Blick in die Ausstellung

  • Foto: WPM
  • Foto: WPM / Paruszewski
  • Foto: Gitta Gesing
  • Foto: WPM
  • Foto: WPM / Paruszewski
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