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Foto: Gerbling/WPM

Ein Blick in die Zukunft: Das Pferd in 50 Millionen Jahren

Der britische Geologe und Paläontologe Dougal Dixon entwarf auf der Basis seiner wissenschaftlichen Erfahrungen Visionen zum Aussehen der Tiere in ferner Zukunft. Seine Ideen veröffentlichte er Anfang der 1980er Jahre in dem Buch "Geschöpfe der Zukunft - Die Tierwelt in 50 Millionen Jahren".
Exklusiv für das Westfälische Pferdemuseum erschuf Dixon auch das Pferd der Zukunft. Sein Modell in der Dauerausstellung zeigt, wie das Pferd in 50 Millionen Jahren aussehen könnte. Nach seiner Vorstellung wären die Menschen schon lange von der Erde verschwunden. Dichte Wälder hätten sich ausgebreitet. Die Pferde würden sich anpassen und wieder zu Blattfressern werden. Möglicherweise wären sie so groß wie Elefanten oder hätten lange Giraffenhälse. Hochbeinige Nachfahren von Mäusen würden vielleicht die frei gewordene Nische der Grasfresser einnehmen. Es bleibt abzuwarten, wie nahe Dixons Vision der Realität kommen wird. 

Foto: Morsey/WPM

Porträt des Hengstes „Kranich“

Seit Jahrtausenden versucht der Mensch, das Pferd nach seinen Vorstellungen zu formen und zu nutzen. Abhängig davon, ob das Pferd dem praktischen Arbeitsgebrauch oder der adeligen Repräsentation dienen sollte, wechselten die Ansichten über ein „ideales“ Pferd im Laufe der Jahrhunderte. 
Ein berühmtes Beispiel ist der Hengst „Kranich“: Der Apfelschimmel war eines der bekanntesten Pferde im 17. Jahrhundert und das Lieblingspferd des Grafen Anton Günter von Oldenburg (1583 - 1667). Er steht stellvertretend für die Ideale der Barockzeit: Dazu zählte weniger die Rittigkeit als vielmehr ein prestigeträchtiges Äußeres, dargestellt in langer Mähne und langem Schweif. Die Mähne von „Kranich“ maß über zwei Meter, der kunstvoll gelockte Schweif war fast drei Meter lang. "August der Starke" Friedrich August der I. (1670 - 1733) soll 1706 sogar ein Pferd mit einem etwa 7 Meter langen Schweif geritten haben.
Heutzutage findet sich ein ausgeprägtes Mähnenhaar als Zuchtziel beispielsweise noch bei Friesen und Andalusiern.