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Rennpferde - Pferderennen2. März 2012 - 23. September 2012

Die Ausstellung "Rennpferde - Pferderennen" zum zehnjährigen Jubiläum des Westfälischen Pferdemuseums führt die Besucher auf eine spannende Entdeckungsreise in die Welt des Rennsports. Von eleganten Renntagen in Ascot zur aktuellen Krise der deutschen Rennvereine: Woher kommt die Verbindung von Pferderennen und Wetten, wie wichtig sind Rennen für die Zucht und wie wird man Jockey? Die Besucher der Ausstellung können anhand herausragenderObjekte internationaler Leihgeber die Faszination Rennsport erleben. Interaktive Installationen informieren über die deutschen Galopp- und Trabrennbahnen. Es werden die legendären Stammväter der Vollblüter und  berühmte Ausnahmepferde vorgestellt wie beispielsweise Kincsem, die Siegerin, die nie ohne ihre Katze reisen wollte.

Die zehn Abteilungen der Ausstellung: 

Extravagante Hüte, schöne Kleider, edle Pferde und Geld

Viele Menschen verbinden den Galopprennsport mit der Welt der Schönen und Reichen. Auf der anderen Seite kämpft der Rennsport mit dem Klischee von Wettern und Zockern am Rande der Legalität. Doch der Pferderennsport hat viele Facetten: Er zählt zu den ältesten Sportarten der Welt. Ohne Pferderennen als Zuchtleistungsprüfung gäbe es kein englisches Vollblut. Ohne Wettsysteme gäbe es keine Rennbahnen. Die Ausstellung gibt Einblicke in über 300 Jahre Renngeschichte und Pferdezucht. Sie zeigt die Besonderheiten des Galopp- und Trabrennsports und wirft einen Blick hinter die Kulissen des Renngeschehens.

Pferderennen als Zuchtauslese

Die Rasse englisches Vollblut verfügt über das älteste Herkunftsregister in der Tierzucht. Seit 1793 lässt sich die Herkunft von jedem Tier lückenlos zurückverfolgen. Mit drei legendären Hengsten begann in England im 18. Jahrhundert die Auslese der Schnellsten und Besten. Bis heute ist die gezeigte Leistung auf der Rennbahn eines der wichtigsten Auswahlkriterien in der Vollblutzucht. 

Berühmte Rennpferde

Seit Beginn des Rennsports gibt es Ausnahmepferde wie das Wunderpferd "Eclipse" oder die 1874 geborene ungarische Stute „Kincsem“, die erfolgreichste Stute weltweit. Auch im 20. Jahrhundert sorgten verschiedene Pferde für Aufsehen. „Dark Ronald“, „Schwarzgold“, „Acatenango“ oder „Lando“ schrieben nicht nur Renngeschichte, sondern prägten auch die deutsche Vollblutzucht. Aktueller Shooting-Star ist die Stute „Danedream“: Sie gewann 2011 als zweites deutsches Pferd den legendären Prix de l’Arc de Triomphe. 

Bedeutende Rennen

Der große Preis von Baden-Baden oder das Deutsche Derby in Hamburg sind die bedeutendsten Rennen Deutschlands. Die spektakulärsten und höchst dotiersteten Rennen finden jedoch in Frankreich und Japan statt. Der „Prix de l’ Arc de Triomphe“ in Paris und der „Japan Cup“ in Tokio.Wer hier gewinnt wird zur Legende.

Rennbahnen

1821 wurde die erste deutsche Rennbahn in Aachen gegründet, 1822 folgte in Bad Doberan die erste Galoppbahn nach englischem Vorbild.  Es entstanden Anlagen in Baden-Baden, Berlin, Hamburg, Dortmund und vielen anderen Städten. In Deutschland bestehen heute 40 aktive Galopprennbahnen und 43 aktive Trabrennbahnen. Der deutsche Rennsport kämpft seit Jahren mit einem erheblichen Imageverlust. Vielerorts kämpfen Rennbahnen mit neuen Marketingstrategien um ihr Überleben.

Galopprennsport

Der Galopprennsport begeistert Millionen – allerdings mehr in rennbesessenen Ländern wie England, Frankreich oder Japan. In Deutschland existieren von ehemals 200 nur noch rund 40 Rennbahnen.

Trabrennsport

Trabrennen stehen im öffentlichen Bewusstsein häufig im Schatten des Galopprennsports, sind aber nicht weniger spannend und vielfältig. Der besondere Renntrab, in dem die Rennen gelaufen werden, führte zu einer ganz eigenen Geschichte mit eigenen Rassen, Rennbahnen, Helden und Stars.

Arbeitsplatz Rennbahn

Ein Pferd allein gewinnt noch kein Rennen. Ob Züchter, Besitzer, Futtermeister, Trainer oder Jockey: Viele Menschen sind daran beteiligt, ein Pferd startklar zu machen. Wer seine Laufbahn als Jockey startet, endet  oft als Trainer. Die Faszination des Rennsports und die enge Zusammenarbeit mit dem edlen Vollblut machen den Beruf zu einer lebenslangen Passion.

Wetten

Pferderennen sind staatliche Zuchtleistungsprüfungen. Sie werden von den ausrichtenden Rennvereinen durch die Einnahmen aus den vor Ort organisierten Wetten finanziert. Eine gewonnene Pferdewette bringt neben dem ausgezahlten Gewinn auch das beglückende Gefühl, Recht gehabt, aufs richtige Pferd gesetzt zu haben. Die Wettumsätze auf den Bahnen sind drastisch gesunken. Viele Rennvereine in Deutschland müssen Insolvenz anmelden.

Pferderennen als Gesellschaftsspiel

Die große Popularität des Rennsports Anfang des 20. Jahrhunderts spiegelt sich in einer Vielfalt an Spielen und Spielzeugen wider. Ob mechanische Miniatur-Rennbahnen, schlichte Brettspiele oder kuriose Erfindungen - allen gemein ist: Die Pferde rennen um die Wette und die Spieler machen Wetteinsätze. Das schnellste Pferd gewinnt – wie im richtigen Leben.


Die Sonderausstellung entstand in Kooperation mit dem National Horseracing Museum in Newmarket, der Wiege des modernen Rennsports und der Vollblutzucht.

Zur Ausstellung ist ein gleichnamiges Begleitbuch im Deutschen Sportverlag erschienen.